Eine Stadt macht Eindruck

Die Hauptstadt der Kreativität spielt ihre Trümpfe aus.
Neben Avantgarde und Design prägt vor allem Tradition die Stadt: alte Läden und Werkstätten, barocke Gärten, familiäre Restaurants.

Mailand ist in erster Linie ein Gefühl. Eine Art, das Leben zu interpretieren. „Mailand ist eine emsige und elegante Metropole, immer für eine kleine Verrücktheit zu haben“, erklärt der Architekt Piero Lissoni. „Der echte Mailänder macht gern bella figura. Was zählt, ist Zuverlässigkeit, Schönheit, vielleicht auch eine Prise Exzentrik – aber niemals zu übertrieben oder jenseits des guten Geschmacks.“

Mailand erlebt derzeit eine Renaissance: Authentisch gebliebene, historisch gewachsene Orte werden wiederentdeckt. So am Largo Augusto das Baxter Cinema – im einstigen Kinosaal finden jetzt Events statt, elegante Ledermöbel bereichern die Atmosphäre. Oder das ehemalige Cavour-Kino, jetzt Visionnaire Design Gallery mit Showroom und Lounge-Café. Das neue Mandarin Oriental, Hotelboutique im Inneren des Palazzo Confalonieri aus dem 18. Jahrhundert, wurde von Antonio Citterio und Patricia Viel neu gestaltet. Sie wollen die Stadt in einem langsamen Rhythmus genießen? Morgens ein Espresso im Café Trussardi oder ein Cappuccino in der Pasticceria Marchesi in der Via Montenapoleone (wurde von Roberto Bacciocchi neu ausgestattet). Danach ein Spaziergang quer durchs Porta-Nuova-Viertel, um die neu entstandenen Bauten zu bestaunen: den Bosco Verticale von Studio Boeri, die Zaha-Hadid-Residenzen, die Torre Solea und das Archivgebäude Casa della Memoria, zu besichtigen mit einem auf Architekturführungen spezialisierten Team (www.ga-milano.it). Nach einem Lunch im vegetarischen Restaurant Joia geht es weiter auf Entdeckungstour in Richtung Ventura Lambrate. Hier findet man inmitten ehemaliger Fabrikgebäude das Milano in progress: Kunstgalerien, Pop-up-Stores oder Läden für 50er-Jahre-Secondhand wie den Spazio 900. Jedes Jahr entstehen neue Trendzentren – wie die Gegend um die Cinque Vie. „Die Mailänder sind ihrem Viertel und den altbewährten Orten seit jeher eng verbunden“, erläutert der Architekt und Artdirector Giulio Cappellini. „Die kreative Szene spielt sich heutzutage zwischen Porta Nuova und L’Isola ab, auch die Zona Tortona ist nach wie vor ein wichtiger Nährboden für alles Kreative, ebenso wie der Corso Magenta und die Viale Piave unerschöpflicher Quell für Inspirationen sind.“

 

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